Radio Frequency Identification – kurz RFID – ist immer weiter auf dem Vormarsch.
Mittlerweile findet man dieses System bei Eintrittskarten, Geldscheinen, im Einzelhandel, bei Fahrkarten, Büchern, im Bereich des Sports und auch in der Lagerhaltung, bei Mautsystemen, bei Zutrittssystemen und auch als Wegfahrsperre. Allerdings ist diese Aufzählung bestimmt nicht vollzählig, da es eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten gibt.
Dieses System gibt es in ganz unterschiedlichen Formen z.B. integriert in Kundenkarten, Aufklebern, Etiketten, Kreditkarten oder auch in Nägeln.
Bei den gängigen RFID-Chips hinterlegt der Handel den sogenannten EPC (Electronic Product Code). Diese Nummer enthält die Inhalte, die bereits auf den Barcodes zu lesen war: Produktnummer, Seriennummer des Produktes und z.B. das Verfallsdatum des Produkts. Dieser EPC ist ein Standard, der zwischen 1999 und 2003 entwickelt wurde.
Ein RFID-System besteht aus einem Transponder und einem Lesegerät. Bei den Transpondern unterscheidet man zwischen 1-Bit-Transpondern und mehrbittigen Transpondern.
Der 1-Bit-Transponder kann nur zwei Zustände annehmen: Aktiv oder nicht aktiv. Dieser Transponder kommt z.B. bei Diebstahlsicherungen zur Anwendung. Hier wird nur der Status des Transponders ausgelesen (entschärft oder nicht) und dadurch kann ein Alarm ausgelöst werden.
Mehrbittige Transponder können relativ viele Daten speichern, unter anderem auch Nummern, mit denen man diesen speziellen einen Transponder wiedererkennt.
Zusätzlich unterscheidet man zwischen aktiven und passiven Transpondern. Der aktive Transponder verfügt über eine eigene Batterie für die Stromversorgung. Der passive Transponder entnimmt die benötigte Energie aus den Funkwellen, die das Lesegerät erzeugt.
Es gibt zwei große Unterschiede zwischen RFID und dem Barcode:
1.) Bei RFID-Systemen können die Daten ohne freie Sicht und ohne direkten Kontakt gelesen werden. Beim Barcode muss die Sicht auf den Code frei sein und der Abstand zwischen Barcode und Lesegerät ist sehr gering.
2.) Das RFID-System beinhaltet eine weltweit eindeutige Nummer zur Identifizierung, die der Barcode nicht enthält.
Radio Frequency Identification kann fast überall eingesetzt werden. Die einzige Schwierigkeit ergibt sich bei Flüssigkeiten oder Metallen, da bei diesen Materialien die elektromagnetische Energie entweder absorbiert oder reflektiert wird.
Seit 2006 beschäftigt sich bereits die Europäische Kommission intensiv mit dem Thema RFID und den dafür notwendigen Rahmenbedingungen. Hier sind vor allem die Punkte „Verminderung von Hindernissen bei der Einführung“ und „Datenschutz“ von Bedeutung. Solange keine personenbezogenen Daten gespeichert werden, ist es kein Problem und bedarf auch keiner separaten Genehmigung der Konsumenten. Sobald aber personenbezogene Daten verarbeitet werden (z.B. bei Zugangskontrollen oder Mitgliedskarten von diversen Vereinen,…) müssen die Anwender den Verbraucher um Erlaubnis fragen und sich deren Einverständnis holen. Damit bleibt es jedem Konsumenten selbst überlassen, ob er von diesem System Gebrauch machen möchte, oder nicht.
